Die Berliner sind ja bekannt für ihre Schnodder-Schnauze und der trefflichen Benennung von allem und jedem. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass der Begriff „Nutte“, welcher wie die anderen Wörter Hure, Metze oder Dirne als Synonym für das Wort Prostituierte verwendet wird, aus Berlin stammt. Die letztgenannten Synonyme entstammen dem Sprachgebrauch des Mittelalters, wohingegen „Nutte“ aus dem Berlinischen des späten 19. Jahrhunderts entstammt. Es wird vornehmlich im derb-vulgären Sprachgebrauch und mit abwertender Konnotation verwendet. Wahrscheinlich ist der Begriff aus der abwertenden Verwendung des Wortes „Nute“ (Spalt, Ritze) für die Vulva entstanden. Zunächst allgemein für Mädchen verwendet, wurde es bald nur noch für Prostituierte benutzt, wenn auch zunächst für die jungen, die ein kindliches Aussehen hatten und kein Geld für ihre Dienste nahmen.
Dies belegt auch ein Kriminalprozessbericht von Hugo Friedländer aus dem Jahr 1891: „Lenz habe vielfach in einem in der Turmstraße gelegenen „Nuttenkeller“ verkehrt. Es sei das ein Keller, in dem Männer und halbwüchsige 13- bis 16-jährige Prostituierte verkehren.“







